Von Klosters Dorf nach Schlappin
Die Gegend um Klosters ist vor allem im Winter sehr bekannt, da sie gemeinsam mit Davos eines der größeren Skigebiete der Region bildet. Aber auch im Sommer gibt es hier einige sehr schöne Wanderungen. Eine etwas unbekanntere Variante möchte ich hier vorstellen. Sie eignet sich sehr gut als mittelschwere Tageswanderung, bietet unterwegs eine angenehme Einkehrmöglichkeit und lässt sich am Ende bequem mit der Gondel abkürzen.
Die Wanderung beginnt in Klosters Dorf und führt zunächst in Richtung Schlappin hinauf. Am Anfang läuft man für eine Weile über die asphaltierte Schlappinstrasse, auf der allerdings relativ wenig Verkehr unterwegs ist. Später verlässt man die Straße und folgt einfachen Wanderwegen etwas oberhalb des Tals. Von dort bieten sich immer wieder schöne Ausblicke zurück auf Klosters Dorf und auf die gegenüberliegenden Berghänge.
Nach ungefähr vier Kilometern erreicht man schließlich Schlappin. Der kleine Ort liegt sehr angenehm am Ende des ersten längeren Aufstiegs und eignet sich entsprechend gut für eine Pause. Wir kehrten dort im Berghaus Erika ein. Man bekommt sowohl kleinere Brotzeiten und Snacks als auch warme Mahlzeiten und Getränke. Gerade wenn man die Tour nicht besonders schnell angehen möchte, ist das ein sehr passender Zwischenstopp ungefähr in der Mitte der Wanderung.

Der längere Aufstieg ab Schlappin
Von Schlappin aus gibt es verschiedene Möglichkeiten, weiterzulaufen. Wir entschieden uns dafür, weiter hinauf in Richtung des Skigebiets oberhalb von Klosters zu steigen.
Zunächst wird der Weg etwas steiler. Der Aufstieg ist konditionell durchaus spürbar, technisch allerdings weiterhin sehr einfach. Ein großer Teil verläuft auf breiten Forststraßen, auf denen man relativ gleichmäßig an Höhe gewinnt. Ungefähr auf 2.000 Metern erreicht man schließlich den Schlappiner Jochweg.
Ab hier verändert sich der Charakter der Wanderung deutlich. Statt weiter steil anzusteigen, folgt man für die letzten ungefähr zwei Kilometer einem relativ angenehmen Höhenweg in Richtung Madrisa. Der Weg führt am Hang entlang und bietet immer wieder schöne Ausblicke auf die gegenüberliegenden Berge rund um Gotschnagrat, Grüenhorn und Casanna.

Der Höhenweg selbst ist ebenfalls technisch unkompliziert. Er ist überwiegend relativ flach und nur selten stärker ausgesetzt. Dadurch kann man den letzten Abschnitt deutlich entspannter laufen als den vorherigen längeren Aufstieg.
Schließlich erreicht man die Bergstation Madrisa. Von hier hat man die Möglichkeit, mit der Gondel direkt zurück ins Tal zu fahren und sich damit einen langen Abstieg von deutlich über 900 Höhenmetern zu ersparen. Die einfache Talfahrt kostet im Sommer 2026 für Erwachsene 24 Franken.
Wichtig ist dabei allerdings, die Saison der Madrisa-Bahn zu beachten. Im Sommer 2026 fährt die Bahn vom 13. Juni bis zum 18. Oktober. Wer außerhalb dieses Zeitraums unterwegs ist, sollte entsprechend damit rechnen, den Abstieg zu Fuß machen zu müssen.
Ankunft an der Madrisa-Bergstation
Wir entschieden uns klar für die Gondel. Gerade nach knapp 1.000 Höhenmetern Aufstieg fanden wir es ziemlich angenehm, uns den langen Abstieg nach Klosters zu ersparen.
In unserer Variante kamen wir insgesamt auf 8,4 Kilometer, 967 Höhenmeter im Aufstieg und 172 Höhenmeter im Abstieg.
Wie schwierig ist die Wanderung?
Konditionell würde ich die Tour aufgrund der knapp 1.000 Höhenmeter im Aufstieg als mittelschwer einstufen. Wer regelmäßig wandert, sollte damit gut zurechtkommen, allerdings zieht sich der Aufstieg über einen großen Teil der Strecke.
Technisch ist die Wanderung dagegen sehr einfach. Am Anfang läuft man längere Zeit über die Straße und anschließend auf unkomplizierten Wald- und Wanderwegen, die nur selten stärker ausgesetzt sind. Der längere Aufstieg oberhalb von Schlappin verläuft größtenteils auf breiten Forststraßen. Auch der abschließende Höhenweg in Richtung Madrisa ist relativ flach und an keiner Stelle besonders ausgesetzt.
Dadurch eignet sich die Wanderung meiner Meinung nach sehr gut für jemanden, der konditionell eine etwas längere Tour machen möchte, ohne dabei technisch schwieriges oder stark ausgesetztes Gelände gehen zu müssen.

Weitere Möglichkeiten ab Schlappin
Wer die Wanderung etwas verlängern möchte, kann beispielsweise noch weiter über das Schaffürggli aufsteigen und anschließend in Richtung Madrisa weiterlaufen. Dadurch kommen noch einige zusätzliche Höhenmeter dazu und man erreicht etwas höher gelegene Bereiche.
Eine andere Möglichkeit wäre, von Schlappin weiter nach hinten ins Schlappintal zu laufen. Das Tal zieht sich noch deutlich weiter in Richtung österreichischer Grenze hinein und bietet eine wesentlich abgelegenere Landschaft.
Theoretisch kann man von dort sogar bis zur Tübinger Hütte auf der österreichischen Seite weiterlaufen. Diese Variante wäre allerdings als Teil derselben Tageswanderung sehr lang. Sie würde sich meiner Meinung nach nur anbieten, wenn man bewusst einen sehr langen Wandertag plant oder die Tübinger Hütte als eigenes Ziel beziehungsweise Übernachtungsort einplant.

Natürlich kann man die eigentliche Tour auch ohne Gondel beenden und von der Madrisa wieder vollständig nach Klosters Dorf absteigen. Wir haben uns diesen zusätzlichen Abstieg allerdings bewusst erspart.
Gerade diese Flexibilität macht die Wanderung für mich ziemlich attraktiv. Man bekommt mit Schlappin einen schönen Zwischenstopp, anschließend einen längeren, aber technisch einfachen Aufstieg und zum Abschluss einen angenehmen Höhenweg mit weiten Aussichten. Gleichzeitig kann man am Ende selbst entscheiden, ob man noch vollständig ins Tal laufen möchte oder die Beine schont und mit der Madrisa-Bahn zurückfährt.
