Die Route im Überblick

Eine sehr passende Wochenendwanderung in den Schweizer Alpen ist die Tour vom Flüelapass über die Schwarzhornfurgga zur Grialetschhütte. Die Route lässt sich gut an zwei Tagen machen und bietet gleichzeitig verschiedene Möglichkeiten, sie zu verlängern. Wer noch etwas mehr daraus machen möchte, kann zusätzlich auf das Schwarzhorn steigen oder die Wanderung am zweiten Tag über den Scalettapass in Richtung Keschhütte fortsetzen.

Wir machten uns am Morgen auf den Weg Richtung Flüelapass. Mit dem Zug ging es zunächst nach Landquart, von dort weiter nach Sagliains und Susch. In Susch stiegen wir schließlich auf die Flüelapasslinie um, die uns direkt hinauf zum Ausgangspunkt der Wanderung brachte. Gerade für eine Wochenendtour ist diese Anreise ziemlich praktisch, da man kein Auto benötigt und trotzdem bereits relativ hoch in den Bergen starten kann.

Über die Schwarzhornfurgga

Vom Flüelapass gibt es verschiedene Möglichkeiten, zur Grialetschhütte zu gelangen. Wir entschieden uns für die längere Variante über die Schwarzhornfurgga. Insgesamt kamen wir am ersten Tag auf ungefähr 8,5 Kilometer mit 840 Höhenmetern im Aufstieg und 520 Höhenmetern im Abstieg.

Wolken über dem hochalpinen Gelände am Flüelapass
Vom hoch gelegenen Ausgangspunkt führt die längere Variante direkt in karges Gelände.

Von der Schwarzhornfurgga besteht zusätzlich die Möglichkeit, noch auf das über 3.100 Meter hohe Schwarzhorn aufzusteigen. Wir entschieden uns allerdings dagegen. Nach dem längeren Aufstieg zur Furgga waren wir bereits etwas müde und hatten noch einen guten Teil des Weges bis zur Hütte vor uns.

Für uns ging es deshalb weiter unterhalb des Piz Radönt entlang. Die Landschaft wird hier zunehmend karg und hochalpin, bevor der Weg schließlich wieder hinunter in Richtung Grialetschhütte führt. Gerade der letzte Abschnitt war teilweise etwas anspruchsvoller. Über größere Felsblöcke ging es bergab, während sich die Hütte irgendwann bereits aus der Entfernung erkennen ließ.

Nach einigen Stunden unterwegs war es entsprechend angenehm, dort anzukommen. Die Grialetschhütte ist vergleichsweise modern und wirkte auf uns sehr angenehm ausgestattet. Auch die Hüttenfamilie war ausgesprochen nett. Wie fast überall in Schweizer Berghütten sind die Preise natürlich nicht gerade niedrig, dafür bekommt man einen sehr komfortablen Ort für eine Nacht mitten in den Bergen.

Rund um die Grialetschhütte

Da wir noch etwas Zeit hatten, wollte ich den Nachmittag allerdings nicht vollständig auf der Hütte verbringen. Von dort aus folgte ich noch einem kleineren und teilweise nur schwer erkennbaren Weg in Richtung Grialetschgletscher und Piz Grialetsch. Für eine richtige Besteigung wäre entsprechende Gletscher- beziehungsweise Hochtourenausrüstung notwendig gewesen, weshalb das natürlich nicht mein Ziel war.

Besonders eindrücklich fand ich dort, wie deutlich man sehen konnte, wie stark sich der Gletscher bereits zurückgezogen hat. Große Bereiche waren nur noch von Geröll, karger Steinmasse und freigelegtem Gelände bedeckt. In der Grialetschhütte waren ältere Fotos der Umgebung zu sehen, auf denen man erkennen konnte, wie viel größer und massiver der Gletscher früher einmal gewesen war. Wenn man anschließend wieder nach draußen ging und auf die heutige Landschaft blickte, wurde der Unterschied ziemlich deutlich.

Gerade an solchen etwas tiefer gelegenen Alpengipfeln und Hängen lässt sich der Rückgang der Gletscher teilweise besonders eindrücklich beobachten. Bereiche, die auf älteren Bildern noch vollständig mit Eis bedeckt waren, bestehen heute teilweise fast nur noch aus blankem Fels und Geröll. Für mich war das eines der Dinge, die mir von dieser Wanderung besonders im Gedächtnis geblieben sind.

Ich lief noch ein Stück weiter, bis sich ein guter Blick auf den verbliebenen Gletscher und die umliegenden Berge eröffnete.

Zurückgezogener Grialetschgletscher und freigelegtes Geröll
Rund um den Gletscher wird der Rückzug des Eises besonders deutlich.

Danach ging es wieder hinunter und zurück zur Grialetschhütte. Gerade diese kleine zusätzliche Runde gefiel mir ziemlich gut, weil nach der eigentlichen Wanderung nicht mehr besonders viel los war und man die Umgebung der Hütte noch etwas für sich erkunden konnte.

Am Abend gab es auf der Hütte ein ordentliches Abendessen, das uns nach dem Tag vollkommen ausreichte. Danach blieb eigentlich nicht mehr besonders viel zu tun, außer den Abend in den Bergen zu genießen und irgendwann schlafen zu gehen.

Abstieg nach Dürrboden

Am nächsten Morgen machten wir uns relativ früh wieder auf den Weg ins Tal. Von der Grialetschhütte führt der direkte Abstieg nach Dürrboden über ungefähr 4,2 Kilometer und 534 Höhenmeter bergab. Von dort nahmen wir anschließend das Alpentaxi beziehungsweise Shuttle zurück nach Davos.

Viele andere Wanderer gingen an diesem Morgen dagegen in die andere Richtung weiter. Über den Scalettapass kann man die Tour verlängern und beispielsweise weiter zur Keschhütte wandern. Für uns waren die zwei Tage allerdings genau die richtige Länge. Nach dem Abstieg nach Dürrboden ging es zurück nach Hause und damit endete ein kurzes, aber sehr gelungenes Wochenende in den Bergen rund um den Flüelapass.