Denali · Campground-Guide
Camping am Riley Creek Campground
Riley Creek ist auf dem Papier gross. Unser bewaldeter Platz im Wolf Loop fühlte sich trotzdem privat, praktisch und ohne Auto erstaunlich unkompliziert an.

Fünf Punkte zuerst
Kurz gesagt
- Geeignet für Eine erste Denali-Reise, Zeltcamper und Anreise ohne Auto.
- Unser Platz B49 im Wolf Loop verband Privatsphäre mit kurzen Wegen.
- Hauptvorteil Kostenlose Shuttles verbinden Campground, Bus Depot und Visitor Center.
- Mitbringen Den Grossteil des Essens, warmes Schlafsystem, Powerbanks und einfache Campschuhe.
- Aktuell prüfen Kategorien, Fahrpläne und saisonale Angebote können sich ändern.
Warum Riley Creek eine gute Basis ist
Riley Creek ist der größte und am besten ausgestattete Campingplatz am Parkeingang.
Nach aktuellem Stand verfügt er über 142 Stellplätze, die sich auf drei Loops verteilen und sowohl für Zelte als auch für Wohnmobile eignen.
Der größte Vorteil ist für mich allerdings nicht die Größe, sondern die Lage. Visitor Center, Denali Bus Depot, Bahnhof, Mercantile und verschiedene Wanderwege liegen alle in der näheren Umgebung. Zusätzlich fährt ein kostenloser Shuttle durch den Eingangsbereich. Gerade ohne Auto macht das den Campground wesentlich unkomplizierter als zunächst erwartet.

Reservierung und Platzkategorien
Die Stellplätze werden in verschiedene Kategorien eingeteilt. A-Sites sind die größten Plätze und können Wohnmobile bis 40 Fuß aufnehmen. B-Sites sind etwas kleiner, können aber genauso von Zeltcampern genutzt werden. Für uns war Kategorie B deshalb die sinnvollste Variante.
Daneben gibt es C-Sites, die ausschließlich für Zelte gedacht sind. Dabei handelt es sich um Walk-in-Plätze ohne Fahrzeug direkt am Stellplatz. Sie werden nach aktuellem Stand nur vor Ort vergeben. Als wir dort waren, wirkten sie nie vollständig belegt. In besonders stark besuchten Wochen würde ich mich darauf allerdings nicht ohne Weiteres verlassen.
Der Check-in erfolgt am Riley Creek Mercantile. Auch mit einer Reservierung bekommt man keinen bestimmten Stellplatz zugewiesen. Man reserviert lediglich eine Kategorie und sucht sich nach der Ankunft einen noch freien Platz dieser Kategorie aus. Wer möglichst viel Auswahl haben möchte, sollte daher eher früher am Tag ankommen.

Unser Platz B49 im Wolf Loop
Wir entschieden uns für Site B49 im Wolf Loop. Bei der Auswahl würde ich vor allem auf drei Dinge achten: die Entfernung zu Toiletten, Wasser und Food Storage, die Privatsphäre gegenüber den Nachbarn und den Untergrund.
Gerade beim Zelten lohnt es sich, kurz zu überprüfen, ob die Fläche einigermaßen eben ist und keine deutliche Mulde besitzt, in der sich bei Regen Wasser sammeln könnte. Unser Platz lag überwiegend im Schatten, bekam zwischendurch aber etwas Sonne ab. Büsche und Bäume trennten uns relativ gut von den Nachbarplätzen, sodass wir eigentlich nur zwei oder drei andere Campsites sehen konnten.
Obwohl Riley Creek mehr als hundert Stellplätze hat, hatten wir nie das Gefühl, mitten auf einem riesigen Campingplatz zu sitzen. Für uns war B49 entsprechend ein sehr guter Kompromiss zwischen Ruhe und kurzen Wegen.
Bear, Wolf oder Caribou Loop?
Den Bear Loop würde ich wählen, wenn kurze Wege zum Mercantile, zu Duschen und Laundry am wichtigsten sind. Dort ist tendenziell etwas mehr Bewegung, und es befinden sich viele der größeren Stellplätze in diesem Bereich.
Der Wolf Loop war für uns wahrscheinlich der beste Kompromiss für Zeltcamper. Man liegt bereits etwas weiter im Campground, erreicht die wichtigsten Einrichtungen aber weiterhin ohne besonders lange Wege.
Der Caribou Loop liegt weiter hinten und enthält auch den Walk-in-Bereich der C-Sites. Wer möglichst ruhig und etwas abgeschiedener stehen möchte, kann diesen Bereich interessant finden. Dafür werden die Wege zum Mercantile und zu den Duschen entsprechend länger.
Diese Einordnung basiert teilweise auf unserem eigenen Aufenthalt und teilweise auf dem Eindruck beim Laufen durch den Campground. Einen wirklich schlechten Bereich haben wir dabei nicht gesehen.
Einrichtungen und tägliche Routine
Jeder Stellplatz verfügt über einen Picknicktisch und eine Feuerstelle beziehungsweise einen Fire Grate. Über den Campground verteilt befinden sich Toiletten, Trinkwasserstellen, Müll- und Recyclingmöglichkeiten sowie Food Storage Locker. Zeltcamper müssen dort Essen und andere geruchsintensive Dinge wie Zahnpasta sicher lagern.

Duschen und Waschmaschinen befinden sich beim Riley Creek Mercantile. Bei unserem Besuch gab es dort außerdem überdachte Steckdosen. Wir konnten dort Powerbanks, Kameraakkus und andere Elektronik laden, was beim mehrtägigen Zelten ohne Auto ausgesprochen praktisch war.
Der Mercantile verkauft Snacks, Sandwiches, Getränke und kleinere Campingartikel. Für ein Eis oder ein abendliches Bier war er vollkommen ausreichend. Den Großteil unseres Essens würde ich trotzdem wieder bereits aus Anchorage oder Fairbanks mitbringen.
Abends waren kurze Wege besonders angenehm. Mit Slides konnte ich schnell zum Bear Locker, zur Toilette oder zum Mercantile gehen, ohne jedes Mal wieder die Wanderschuhe anzuziehen. Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, war im Alltag aber ausgesprochen praktisch.
Riley Creek ohne Auto
Wer mit Bahn oder Coach am Bahnhof beziehungsweise Visitor Center ankommt, muss sein Gepäck nicht unbedingt bis zum Campground tragen. Der kostenlose Riley Creek Loop Shuttle verbindet die wichtigsten Punkte rund um den Parkeingang.

Auch das Bus Depot ist vom Campground aus erreichbar. Dadurch funktionieren frühe Abfahrten in den Park ebenso wie ein späterer Rückweg. Auf unserem Abreisetag bauten wir das Zelt bis zum Check-out ab und verbrachten die verbleibende Zeit in der Nähe des Mercantile, bevor wir weiterfuhren. Selbst mit dem gesamten Gepäck blieb der Ablauf dadurch relativ unkompliziert.
Was ich wieder mitnehmen würde
- Ausreichend warme Schlafausrüstung und mehrere Kleidungsschichten.
- Regenjacke und bei Off-Trail-Wanderungen auch Regenhose oder Gamaschen.
- Slides oder andere einfache Schuhe für den Campground.
- Powerbanks und Ladegeräte für die Steckdosen am Mercantile.
- Den größten Teil des Essens bereits vor der Anreise.
- Fernglas, Kamera und je nach Wanderung Bärenspray.
Würde ich wieder dort übernachten?
Ja. Riley Creek ist nicht der abgelegenste Campground im Denali, aber gerade deshalb für eine erste Reise sehr sinnvoll. Man kann mehrere Tage dort verbringen, ohne für jede Kleinigkeit ein Auto zu benötigen. Gleichzeitig fühlt sich der Campground durch die Bäume wesentlich ruhiger und privater an, als seine Größe vermuten lässt.
Wer möglichst weit in den Park hinein und vollständig abgeschieden campen möchte, wird wahrscheinlich einen anderen Platz bevorzugen. Für eine kurze bis mittellange Reise, für Zeltcamper ohne Auto und für Besucher, die den Denali zum ersten Mal erleben, würde ich Riley Creek trotzdem klar empfehlen.
Separat geprüft